Jonas Püllen (*1995 in Mönchengladbach) lebt und arbeitet in Köln. Seine Arbeiten bewegen sich an der Schnittstelle von Architektur-, Landschafts- und Porträtfotografie. Seine Bilder untersuchen, wie sich Wahrnehmung durch fotografische Präzision und Abstraktion lenken lässt, um Beziehungen zwischen scheinbar voneinander unabhängigen Motiven aufzuzeigen.

Ausgangspunkt ist hier stets die Anatomie eines Systems – unabhängig davon, ob dieses künstlich konstruiert oder natürlich gewachsen ist. Dazu gehören konstruierte Räume, technische Infrastrukturen, geologische Formationen und der menschliche Körper. Durch ihre fotografische Inszenierung tritt ihre ursprüngliche Funktion in den Hintergrund und macht formale Gemeinsamkeiten sichtbar, die dem Betrachter sonst verborgen bleibt.

Im Zentrum seiner Arbeit steht die Reduktion von Objekten und Räumen auf ihre formalen Eigenschaften. Hierdurch werden Verwandtschaften zwischen Motiven sichtbar, die im Alltag gewöhnlich getrennt wahrgenommen werden. Seine Fotografien lenken den Blick auf Strukturen, Muster und Beziehungen, die sich erst durch die bewusste Loslösung eines Motivs von seiner ursprünglichen Funktion erschließen. Architektur kann an anatomische Strukturen erinnern, geologische Oberflächen an konstruktive Systeme und technische Anlagen an organische Formen. Die Arbeiten verstehen sich als Einladung, vertraute Objekte und Räume neu zu betrachten und die verborgenen Analogien zwischen unterschiedlichen Bereichen unserer Umwelt zu entdecken.

Püllens Arbeiten entstehen analog wie digital und zeichnen sich durch eine reduzierte Bildsprache, hohe formale Präzision und großformatige Präsentationen aus. Beruflich ist er als Arzt tätig. Die analytische Auseinandersetzung mit Wahrnehmung und visuellen Strukturen prägt sowohl seine medizinische, als auch seine fotografische Praxis. 2025 wurden seine Arbeiten erstmals im Rahmen der Ausstellung Analog Art Affair öffentlich präsentiert.

Jonas Püllen (b. 1995 in Mönchengladbach, Germany) lives and works in Cologne. His photographic practice moves between architecture, landscape and portraiture. His work explores how photographic precision can guide perception, revealing relationships between subjects that initially appear unrelated.

The starting point of his practice is the anatomy of a system, regardless of whether it is artificially constructed or naturally evolved. These systems include built environments, technical infrastructures, geological formations and the human body. Through photographic intervention, their original function recedes into the background, allowing formal similarities to emerge that often remain unnoticed in everyday perception.

Rather than documenting places, Püllen's work reduces objects and spaces to their formal characteristics. In doing so, it reveals affinities between subjects that are usually perceived as separate. His photographs draw attention to structures, patterns and relationships that only become apparent once a subject is detached from its conventional function. Architecture may evoke anatomical structures, geological surfaces may resemble constructed systems, and technical infrastructures may acquire an organic presence. His work invites viewers to reconsider familiar objects and spaces and to discover hidden analogies across different domains of the physical world.

Working with both analogue and digital processes, Püllen's photographs are characterised by a restrained visual language, formal precision and large-scale presentation. Alongside his artistic practice, he works as a medical doctor. His analytical engagement with perception and visual structures informs both his medical and photographic work.

His work was first presented publicly in 2025 as part of the exhibition Analog Art Affair.